Wir ha’m bezahlt, wir könn’n jetzt geh’n…

Wir ha’m bezahlt, wir könn’n jetzt geh’n…

Ach ja, wir sind beim SC Preußen Münster wieder in 2011. Oder im Frühsommer 2013. Die Zeiten sind im Grunde wumpe, denn auf den Rängen und abseits davon geht’s wieder mal mehr umeinander als um wichtige Themen. Schade drum, aber das gehört wohl zu einem Traditionsklub dazu.

Sagte ich Tradition? Münsters Tradition besteht ja in den vergangenen paar Jährchen, also sagen wir seit 1991, vor allem darin, schön zu verkacken. Aufstiegsrunden noch und nöcher, kurz vor knapp scheitern, remember Fortuna Köln? Unterhaching? Und wenn schon kein Aufstieg vergeigt wird, dann muss zur Ehrenrettung wenigstens zwischendurch noch einmal ein Abstieg her, alles für den guten Zweck.

Okay, lassen wir mal für den Moment den Sarkasmus weg.

Vielleicht ist es eine normale Begleiterscheinung, dass eine Fanszene um sich selbst zu kreisen beginnt, wenn der Reiz von außen nur Enttäuschung oder gesunkene Erwartungen bringt. Wer 25 Jahre vom Aufstieg redet und sich einfach nie nachhaltig und mit Struktur in Stellung bringt, muss wohl damit rechnen, dass sich die Stimmung drumherum verselbständigt…

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Was noch kommt und geht…

Was noch kommt und geht…

Verflixt, mehr als acht Monate seit dem letzten Beitrag im Blog. Aber das geschieht eben, wenn das Leben passiert. Ein Buch. Ein Kleinkind. Eine einschneidende Veränderung im Job. Flüchtlinge, Aluhut-Träger, Geschrei und alles und jeden und, ach ja, auch noch die verkackteste Rückrunde (pardon) der vergangenen Jahre. Hintenraus hat’s den SC Preußen im Frühsommer 2015 richtig fein zerlegt und seien wir ehrlich: Vorfreude auf und Verlauf der Hinserie 2015/2016 war jetzt auch überschaubar geil.

Was ich sagen will: Es gab und gibt viele Gründe, warum hier im Blog so wenig passiert ist und ich würde lügen, wenn ich schriebe, es könne anders werden. Aber ein bisschen bewegt uns Adlerträger ja schon, oder?

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Vorschau… 111 Gründe Preußen Münster zu lieben

Eine kleine Vorschau…

111 Gründe Preußen Münster zu lieben

111 Gründe Preußen Münster zu lieben

Carsten Schulte
111 GRÜNDE, PREUSSEN MÜNSTER ZU LIEBEN
Eine Liebeserklärung an den
großartigsten Fußballverein der Welt
ca. 224 Seiten | Taschenbuch
ISBN 978-3-86265-501-4
Originalausgabe | 9,99 EUR (D)
Erscheint am 1. Oktober 2015

Auszug

Wir waren 1375 Fans an diesem kalten Abend im Dezember 2005. Die Preußen verloren 1:3 gegen Bayer Leverkusen II. Wir waren 1375 Verzweifelte, Enttäuschte, Wütende. Sechs Monate später war der Klub abgestiegen in die vierte Liga. Aber wir wissen, wie wichtig dieser Abend war.

Die Preußen mussten wohl erst scheitern, um wieder aufzustehen. Während ich das hier schreibe, sind fast zehn Jahre vergangen seit jenem Dezemberabend. Aber wenn wir heute ins Preußenstadion wandern und die Gegner heißen Arminia Bielefeld oder Dynamo Dresden oder MSV Duisburg, dann wissen wir, wo wir herkommen.

So endet das Scheitern doch mit einem glücklichen Seufzer. Und warum auch nicht? Wir lieben diesen Verein, weil er mit uns gestolpert ist. Weil wir uns gemeinsam aufgeholfen haben. Weil wir damals 1375 waren und heute so viele mehr. Man könnte eine Liebeserklärung an einen großen Verein schlechter beginnen, oder?

Verrückter 13. Mai

Man muss die Feste feiern, wie sie… ach komm, egal 😉

Ein kurzer Blick in die preussenfieber.de-Spieldatenbank zeigt, dass der 13. Mai 2015 ein interessanter Tag war. Heute vor…

… 25 Jahren gewann der SC Preußen Münster ein Zweitliga-Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 mit 1:0. Torschütze war ein gewisser Henry Acquah. Und die Preußen sicherten sich mit dem Sieg den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Wie wir wissen, nur für ein weiteres Jahr, aber das ist ein anderes Thema… Und für den Gegner SG Wattenscheid gab’s dennoch was zu feiern. Die waren nämlich am Spieltag davor in die Bundesliga aufgestiegen. Eine Menge Fußball-Geschichte…

… 8 Jahren: Ansgar Brinkmann spielt ein letztes Mal im Preußen-Dress und hängt dann mit seiner Auswechslung nach gut einer Stunde seine Karriere an den Nagel. Sein letzter Gegner war die FC Schalke 04 II. Und nicht einmal 1000 Zuschauer waren zu diesem ansonsten überflüssigen Spiel gekommen. Das bitte mal im Hinterkopf behalten, wenn die Realität heute scheinbar zu mies rüberkommt.

… 42 Jahren: Der BVB demontiert den SC Preußen mit 9:0. Niemals wieder anschließend verlor der SC Preußen ein Pflichtspiel derart hoch. Fairerweise gesagt: Es ging für beide Teams um gar nix mehr und die Preußen liefen mit den letzten Aufrechten in der Roten Erde auf. Noch was Lustiges: Der BVB begrüßte damals gerade 3.500 Zuschauer. Nix mit „der BVB war ja immer ein große Nummer“… Auch die haben damals nur mit Wasser gekocht (und tun das mutmaßlich noch heute).

Diese und andere Geschichten lest ihr übrigens auch in meinem Buch „111 Gründe Preußen Münster zu lieben“, das voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Hömma, Helge Leonhardt…

Ich will nicht absteigen, will ab Juli mit genau dieser Mannschaft in die nächste Zweitliga-Saison. Ich will nicht nach Großaspach, nach Münster oder zu irgendeiner Bundesliga-Reserve. Ich will die 2. Liga

Gesagt hat’s Helge Leonhardt, Boss bei Erzgebirge Aue, vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC. Und jetzt passma auf, Helge: Wie kommst du auf die steile These, dass irgendjemand hier in Westfalen sich ausgerechnet auf Erzgebirge Aue freuen würde? Soweit es uns betrifft, wünschen wir Aue alles Gute und von Herzen viel Erfolg. Will meinen: Bleibt bitte bloß weg und weiter viel Spaß mit „RB Leipzig“. Danke.

Die Realität ist immer die beste…

Die Realität ist immer die beste…

Nach dem Derby der Preußen gegen den VfL Osnabrück ist die Diskussion über Pyrotechnik nicht wieder neu entbrannt, sondern schlicht erneut geführt worden. Und wie das dieser Tage so üblich ist, mit dem bekannten Getöse über Randalierer, unverbesserliche Gewalttäter und lebensgefährliche Flammen.

Ich will das gar nicht groß kommentieren (habe das an anderer Stelle schon getan), aber manchmal lässt man einfach die Tatsachen sprechen. Ganz wertfrei: Um den Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung zu verstehen und auch die Anpassungsprobleme vieler Fan(szenen), muss man wissen, woher man kommt.

Und das könnte zum Beispiel dieser 30. November 1990 sein. Der Abend, an dem der SC Preußen im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Christoph Daums VfB Stuttgart knapp ausschied. Weder Pokal noch Ergebnis sind hier wichtig.

Interessant und aufschlussreich ist, was die Westfälischen Nachrichten am Tag darauf zur Überschrift machten. Und wie sie die Szenen im Spiel bewerteten.

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Offensichtlich war Pyrotechnik vor 25 Jahren weniger gefährlich. Ganz sicher war es weniger kriminell. Das muss man in dieser Diskussion wissen.

 

Ein paar „neue Richtlinien“ für Preußenfans…

Ein paar „neue Richtlinien“ für Preußenfans…

Der SC Preußen Münster hat das am Mittwoch schön freundlich verpackt. „Neue Richtlinien“ halte ein Maßnahmenkatalog „bereit“. Klingt irgendwie nett, enthält aber in Wirklichkeit ein paar bemerkenswerte Einschränkungen. Allerdings hat die Sache wie immer im Leben zwei Seiten…

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