2. Preußen-Matinee am 11. Juni 2017

2. Preußen-Matinee am 11. Juni 2017

Die Preußen-Matinee geht am 11. Juni in ihre 2. Auflage. Und es sind wieder spannende Gäste dabei… denn diesmal dreht sich alles um den Ausblick auf die neue Saison. Acht Tage vor Trainingsauftakt besprechen wir mit Preußen-Präsident Christoph Strässer und Sportdirektor Malte Metzelder die Aussichten für den SCP und die 3. Liga. Außerdem mit dabei: Unser legendärer Stadionsprecher Martin „Kerni“ Kehrenberg! Weiterlesen

Wir ha’m bezahlt, wir könn’n jetzt geh’n…

Wir ha’m bezahlt, wir könn’n jetzt geh’n…

Ach ja, wir sind beim SC Preußen Münster wieder in 2011. Oder im Frühsommer 2013. Die Zeiten sind im Grunde wumpe, denn auf den Rängen und abseits davon geht’s wieder mal mehr umeinander als um wichtige Themen. Schade drum, aber das gehört wohl zu einem Traditionsklub dazu.

Sagte ich Tradition? Münsters Tradition besteht ja in den vergangenen paar Jährchen, also sagen wir seit 1991, vor allem darin, schön zu verkacken. Aufstiegsrunden noch und nöcher, kurz vor knapp scheitern, remember Fortuna Köln? Unterhaching? Und wenn schon kein Aufstieg vergeigt wird, dann muss zur Ehrenrettung wenigstens zwischendurch noch einmal ein Abstieg her, alles für den guten Zweck.

Okay, lassen wir mal für den Moment den Sarkasmus weg.

Vielleicht ist es eine normale Begleiterscheinung, dass eine Fanszene um sich selbst zu kreisen beginnt, wenn der Reiz von außen nur Enttäuschung oder gesunkene Erwartungen bringt. Wer 25 Jahre vom Aufstieg redet und sich einfach nie nachhaltig und mit Struktur in Stellung bringt, muss wohl damit rechnen, dass sich die Stimmung drumherum verselbständigt…

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Aus- und Rückblick… Das war der 25. Spieltag vor 10 Jahren

Aus- und Rückblick… Das war der 25. Spieltag vor 10 Jahren

Waum nicht? Wozu gibt’s denn diese Spieldatenbank auf preussenfieber.de? Genau. Also schauen wir nur mal ganz fix voraus – und zurück.

Am 25. Spieltag 2016 kommt der Hallesche FC. Und zehn Jahre zuvor? Da war am 25. Spieltag der VfL Osnabrück zum Derby da. Und die Adler gewannen das Ding mit 2:1. Tore durch Tammen und Güvenisik, „nur“ 6.100 Leute waren dabei. Andere Zeiten.

Beweisbilder? Bitte.

Was noch kommt und geht…

Was noch kommt und geht…

Verflixt, mehr als acht Monate seit dem letzten Beitrag im Blog. Aber das geschieht eben, wenn das Leben passiert. Ein Buch. Ein Kleinkind. Eine einschneidende Veränderung im Job. Flüchtlinge, Aluhut-Träger, Geschrei und alles und jeden und, ach ja, auch noch die verkackteste Rückrunde (pardon) der vergangenen Jahre. Hintenraus hat’s den SC Preußen im Frühsommer 2015 richtig fein zerlegt und seien wir ehrlich: Vorfreude auf und Verlauf der Hinserie 2015/2016 war jetzt auch überschaubar geil.

Was ich sagen will: Es gab und gibt viele Gründe, warum hier im Blog so wenig passiert ist und ich würde lügen, wenn ich schriebe, es könne anders werden. Aber ein bisschen bewegt uns Adlerträger ja schon, oder?

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Vorschau… 111 Gründe Preußen Münster zu lieben

Eine kleine Vorschau…

111 Gründe Preußen Münster zu lieben

111 Gründe Preußen Münster zu lieben

Carsten Schulte
111 GRÜNDE, PREUSSEN MÜNSTER ZU LIEBEN
Eine Liebeserklärung an den
großartigsten Fußballverein der Welt
ca. 224 Seiten | Taschenbuch
ISBN 978-3-86265-501-4
Originalausgabe | 9,99 EUR (D)
Erscheint am 1. Oktober 2015

Auszug

Wir waren 1375 Fans an diesem kalten Abend im Dezember 2005. Die Preußen verloren 1:3 gegen Bayer Leverkusen II. Wir waren 1375 Verzweifelte, Enttäuschte, Wütende. Sechs Monate später war der Klub abgestiegen in die vierte Liga. Aber wir wissen, wie wichtig dieser Abend war.

Die Preußen mussten wohl erst scheitern, um wieder aufzustehen. Während ich das hier schreibe, sind fast zehn Jahre vergangen seit jenem Dezemberabend. Aber wenn wir heute ins Preußenstadion wandern und die Gegner heißen Arminia Bielefeld oder Dynamo Dresden oder MSV Duisburg, dann wissen wir, wo wir herkommen.

So endet das Scheitern doch mit einem glücklichen Seufzer. Und warum auch nicht? Wir lieben diesen Verein, weil er mit uns gestolpert ist. Weil wir uns gemeinsam aufgeholfen haben. Weil wir damals 1375 waren und heute so viele mehr. Man könnte eine Liebeserklärung an einen großen Verein schlechter beginnen, oder?

Verrückter 13. Mai

Man muss die Feste feiern, wie sie… ach komm, egal 😉

Ein kurzer Blick in die preussenfieber.de-Spieldatenbank zeigt, dass der 13. Mai 2015 ein interessanter Tag war. Heute vor…

… 25 Jahren gewann der SC Preußen Münster ein Zweitliga-Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 mit 1:0. Torschütze war ein gewisser Henry Acquah. Und die Preußen sicherten sich mit dem Sieg den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Wie wir wissen, nur für ein weiteres Jahr, aber das ist ein anderes Thema… Und für den Gegner SG Wattenscheid gab’s dennoch was zu feiern. Die waren nämlich am Spieltag davor in die Bundesliga aufgestiegen. Eine Menge Fußball-Geschichte…

… 8 Jahren: Ansgar Brinkmann spielt ein letztes Mal im Preußen-Dress und hängt dann mit seiner Auswechslung nach gut einer Stunde seine Karriere an den Nagel. Sein letzter Gegner war die FC Schalke 04 II. Und nicht einmal 1000 Zuschauer waren zu diesem ansonsten überflüssigen Spiel gekommen. Das bitte mal im Hinterkopf behalten, wenn die Realität heute scheinbar zu mies rüberkommt.

… 42 Jahren: Der BVB demontiert den SC Preußen mit 9:0. Niemals wieder anschließend verlor der SC Preußen ein Pflichtspiel derart hoch. Fairerweise gesagt: Es ging für beide Teams um gar nix mehr und die Preußen liefen mit den letzten Aufrechten in der Roten Erde auf. Noch was Lustiges: Der BVB begrüßte damals gerade 3.500 Zuschauer. Nix mit „der BVB war ja immer ein große Nummer“… Auch die haben damals nur mit Wasser gekocht (und tun das mutmaßlich noch heute).

Diese und andere Geschichten lest ihr übrigens auch in meinem Buch „111 Gründe Preußen Münster zu lieben“, das voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Der Herr Kehrer und die Preußen…

Schöner Termin heute: Mit Jürgen Kehrer in Gievenbeck. Wer nicht so drin steckt in der Materie. Jürgen Kehrer kommt zwar gebürtig aus Essen und war einst auch mal Anhänger von RWE, lebt aber seit 40 Jahren in Münster. Bekannt wurde er vor allem durch seine Krimi-Serie Wilsberg, die im ZDF seit fast 20 Jahren mit großem Erfolg läuft. Über seine Romanvorlage und sein Verhältnis zum SCP (und auch das von Wilsberg zu den Preußen) habe ich mit ihm gesprochen.

Jürgen Kehrer (der Herr rechts) ist Schöpfer von Wilsberg.

Jürgen Kehrer (der Herr rechts) ist Schöpfer von Wilsberg.

 

Was er so zu erzählen hat über die Preußen, das Verhältnis der Stadt zum Klub und warum der Wilsberg vielleicht kein glühender Fußballfan ist, aber sich sehr wohl freut… das lest ihr dann in fünf, sechs Monaten in „111 Gründe Preußen Münster zu lieben“. Ab Herbst 2015 überall im Buchhandel 😉

Oder ich erzähl’s später mal.

Hömma, Helge Leonhardt…

Ich will nicht absteigen, will ab Juli mit genau dieser Mannschaft in die nächste Zweitliga-Saison. Ich will nicht nach Großaspach, nach Münster oder zu irgendeiner Bundesliga-Reserve. Ich will die 2. Liga

Gesagt hat’s Helge Leonhardt, Boss bei Erzgebirge Aue, vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC. Und jetzt passma auf, Helge: Wie kommst du auf die steile These, dass irgendjemand hier in Westfalen sich ausgerechnet auf Erzgebirge Aue freuen würde? Soweit es uns betrifft, wünschen wir Aue alles Gute und von Herzen viel Erfolg. Will meinen: Bleibt bitte bloß weg und weiter viel Spaß mit „RB Leipzig“. Danke.

UPDATE / Herr Schmidt macht ratlos

Zur Aktualisierung

Wieder Dominik Schmidt. Was den streitbaren Abwehrchef des SCP in diesen Tagen so antreibt, ist nicht ganz klar. Sehr wohl klar ist, dass es um sein Verhältnis zu Teilen der Fanszene nicht (mehr) zum Besten bestellt ist.

Noch vor drei Jahren, im begeisternden Spätsommer 2012, war er unumstritten der Held für viele Preußen. Ein Turm in der Abwehr, sicher, routiniert und immer mit Herz und Leidenschaft dabei. Einer, der voran geht und sich nicht versteckt. Im Derby beim VfL Osnabrück verletzte er sich im September 2012 schwer (Bänderriss) und fehlte dem SCP monatelang. Die Verletzung trübte gar die Freude über den 2:0-Derbysieg an der Bremer Brücke. Und im westline-Forum entstand ein gewaltiger „Gute-Besserung-Thread„, der ihm vor einem der folgenden Spiele im Stadion überreicht wurde.

Kurzum: Der Mann hatte nicht nur das Zeug zum Publikumsliebling, er war einer.

Wann genau die Stimmung umschlug, ist klar. Die Preußen scheiterten auf ziemlich schockierende Weise in der Schlussphase der Saison 2012/2013, vergeigten den Aufstieg. Vielleicht wissen nur die direkt Beteiligten, was genau da schief gegangen war. Neid, Missgunst, Unstimmigkeiten im Team, äußere Einflüsse, der Kopf – wer weiß? Angeblich sei das ganze Scheitern aufgearbeitet worden, betonten anschließend alle im Verein, die mit dem Sport befasst sind. Schmidt gehörte zu diesem Team und wie das häufig so ist: Wer nicht um klare Worte verlegen ist, erntet oft ein ähnliches Echo.

Denn auch die Saison 2013/2014 bot eher keine Steigerung. Erneut blieb das Team irgendwie hinter seinen Ansprüchen (oder denen anderer). Und auch Dominik Schmidt wurde anders wahrgenommen. Nach seiner Verletzung war er eingestiegen, so schnell es ging. Und das war vielleicht nicht die beste Entscheidung, denn zu seiner alten Form fand er nicht zurück.

Öffentliche Konfliktsuche

Das alles erklärt aber nicht, warum Schmidt jetzt den Zeitpunkt gekommen sieht, den öffentlichen Konflikt zu suchen. Bereits vor einigen Tagen hatte er mit einigen schwer nachvollziehbaren Aussagen polarisiert. In einem WN-Interview klagte Schmidt über die schwierigen Bodenverhältnisse in Münster. Dass die weder die bemerkenswerte Serie von Heimsiegen verhindern konnten noch die miserablen Auswärtsauftritte erklärten, sei nun dahingestellt. Nicht förderlich für das Betriebsklima auf den Rängen war aber eher seine Kritik, „andernorts“ würde die Mannschaft unterstützt. Beim BVB beispielsweise oder beim FC St. Pauli. In „schlechten Zeiten“ gebe es dort Aufmunterung.

Diese Aussage verwundert auch rein sachlich. Denn über mangelnde Aufmunterung durfte sich der SCP sicher nicht beklagen. Mag es auch den einen oder anderen Pfiff gegeben haben – nach den Spielen erntete das Team auch nach schwachen Auftritten Applaus. Zuletzt noch nach einem wirklich überschaubar gutem Auftritt in Großaspach. Immer wieder profitierte das Team sogar von einem gewissen Langmut, den die Fans in Münster sehr wohl beweisen. Dass ein Vergleich mit BVB oder HSV aus ganz anderen Gründen sinn- und witzlos ist, sei nur am Rande erwähnt.

Der Zeitpunkt von Schmidts Kritik war auch nur mäßig gut gewählt. Ausgerechnet nach den teilweise fragwürdigen Auftritten in Großaspach, gegen Mainz II oder in Halle sollte ein Spieler vielleicht eher Demut zeigen als auf die Fanszene zu zeigen. Für das Spiel sind die Spieler zuständig, nicht die Fans.

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Das Echo aus der Kurve fiel kurzfristig auch eher überschaubar freundlich auf. Schmidt könne ja seine Binde abgeben, wenn er schon keinen Respekt vor seinen Fans habe. So hieß es in der Fiffi-Gerritzen-Kurve.

Anders gesagt: Ein paar offene Worte, Typen mit einer Meinung, die sind ja durchaus gefragt. Aber so ein bisschen differenzieren müsste man dann auch noch. Sonst werden aus klaren Worten eben zu schnell unfreundliche Angriffe. Nun denn.

Das Chemnitz-Spiel lief nicht viel besser und nach dem verlorenen Derby hatte der SCP so ziemlich jede noch laufende Serie zerbrochen. Herrjeh, das letzte Derby gegen Arminia in einem Ligaspiel hatte der SCP 1995 verloren.

Schmidt hatte das Derby gemeinsam u.a. mit Erik Zenga aus dem Gästeblock verfolgt. Ob es dennoch eine gute Idee war, sich nur wenige Stunden später auf dem Send sehen zu lassen? Es ist natürlich so, dass Spieler grundsätzlich wie jeder Mensch frei entscheiden sollen, wie sie ihren Abend verbringen wollen. Es wäre aber vielleicht stilsicherer gewesen, zumindest am Tag der Derby-Pleite nicht gerade auf den Send zu laufen. Soweit die Geschichte bekannt ist, war Schmidt an diesem Send-Abend selbst auf eine Gruppe Preußen-Anhänger zugegangen. Er habe das Gespräch abseits des Stadions führen wollen, so heißt es. Für sich genommen keine schlechte Idee.

Künstlerpech

Dass offenbar die Gruppe von Preußen-Anhängern wenig Wert auf ein Gespräch legten, ist dann eben Künstlerpech. Ob ausgerechnet der Send am Abend nach der Derby-Pleite der genialste Ort war, um mal sachlich miteinander zu quatschen..? Zumal Schmidt aktuell nicht den besten Ruf in der Szene genießt? Hm. Angeblich sei Schmidt dann von den Fans vom Send geworfen worden. Oder dazu gedrängt worden. Was auch immer – es gibt nur diese eine Seite nachzulesen. Was wirklich geschehen ist und wie das ablief, wissen nur die Beteiligten selbst.

Anstatt die Sache nicht zu hoch zu hängen, steht nun prompt am Mittwoch eine erneute Klage in den WN. Und die fällt sogar noch deutlicher aus. Sehr zum Unverständnis vieler Fans, die sich nun von Schmidt anhören lassen müssen, in Münster pfiffen die Fans das Team von der „5. bis zur 90. Minute“ aus. Was ja eine Behauptung ist, die eine gewisse Kühnheit aufweist. Man könnte auch sagen, die Aussage wäre gequirlter Mist, denn das ist sie. Das Gegenteil wäre richtig. Wer die Erfahrungen kennt, die Münsters Anhängerschaft in den vergangenen, sagen wir: 25 Jahren gemacht hat, der würde sich wundern über die unendliche Ausdauer der Szene. Da braucht es keinen Kapitän, dem offenbar daran gelegen ist, Öl ins Feuer zu gießen.

Dass Schmidt nun öffentlich die Frage aufwarf, „ob ich überhaupt noch für Münster spiele“, setzt dem Ganzen die Krone auf. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Wem das Essen in der Kantine nicht schmeckt, kann ja auch nicht einfach seine Arbeit liegen lassen. Und was ist das überhaupt für eine Aussage?

Wenn sich der Kapitän die Frage stellt, ob die Fans die Mannschaft ausreichend unterstützten, dann muss sich der Kapitän auch die Frage gefallen lassen, welchen Sinn seine öffentliche Kampfansage an den Verein nun erfüllen soll. Glaubt er, das werde seine Position stärken? Mannschaft und Fans gar miteinander verbünden?

Ganz besonders skurril wirkt folgende Aussage, die hier besser als Zitat erscheinen soll:

Das, was hier in Münster passiert, gibt es woanders nicht. Nicht in Liga zwei und nicht in der Bundesliga. Da sind die Fans auch sauer auf ihre Mannschaften – aber erst nach dem Spiel, wenn es nicht klappt.

Die Aussage muss unkommentiert bleiben – mangels irgendeiner halbwegs sinnvollen Antwort, die nicht aus Sarkasmus besteht.

Was ist eigentlich Schmidts Plan in dieser Geschichte? Das alles macht nur ratlos.

UPDATE

Nun hat der SC Preußen also reagiert. Dominik Schmidt ist vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Das klingt zunächst konsequent, wirft aber leider auch einige Fragen auf. Dominik Schmidt mag sich zwar jetzt nicht noch ein drittes Mal gegenüber den WN zu Wort melden (so war es am Donnerstag zu lesen), aber zuvor hatte er offenbar noch mit der „Bild“ gesprochen. Dort nämlich war zu lesen, wie das gemeint gewesen sein könnte mit dem Satz „ob ich noch einmal für Münster spiele“.

In der „Bild“ wird diese Aussage dahingehend gewertet, dass Schmidt sich unabhängig von dem Send-Vorfall überlegt habe, die restlichen Spiele bis zum Saisonende auszusetzen und seinen Syndesmoseband-Riss auszukurieren. Und diese Überlegung habe er auch dem Trainer mitgeteilt – was der wiederum insofern bestätigt, als dass Schmidt ihm gegenüber so einen Vorschlag gemacht habe.

Und das alles – genau wissen das natürlich nur die wenigen Beteiligten – klingt nun etwas weniger drastisch und in der Aussage anders als das, was in den WN zu lesen war.

Vordergründig mag die Freistellung Schmidts richtig sein. Sie mag auf tatsächlich relevanten Gründen basieren. Doch nach außen hin macht sie nun Schmidt (vorerst) untragbar und bestätigt nur die Geschichte vom illoyalen und/oder unwilligen Kapitän. Sie macht eine Korrektur zumindest aktuell schwierig.

Zwar hat Trainer Ralf Loose in der Vergangenheit durchaus bewiesen, Spielern eine weitere Chance zu geben (Kevin Schöneberg, auch Benjamin Siegert oder Mehmet Kara, sogar Schmidt selbst). Aber diese dann doch zeitnah durchgeführte Freistellung rückt den Zusammenhang mit den WN-Interviews sehr in den Vordergrund.

Es wäre vielleicht der bessere, elegantere Weg gewesen, diese Sache nicht so öffentlichkeitswirksam auszutragen. Man hätte Schmidt unauffällig einen Infekt unterschieben können und ihm eine Denkpause verpassen können. Eine interne Geldstrafe meinetwegen – für was auch immer. Aber eben intern und nicht so öffentlich.

Jetzt ist es schwierig(er) für alle Parteien, ihr Gesicht zu wahren. Schmidt ist der Buhmann (wozu er reichlich Anlass gegeben hat, natürlich), der Verein aber setzt vielleicht auch das falsche Signal an den Rest der Truppe. Zusätzlicher Ärger ist ja nun gerade nicht, was dieser Verein derzeit benötigt.