Was noch kommt und geht…

Was noch kommt und geht…

Verflixt, mehr als acht Monate seit dem letzten Beitrag im Blog. Aber das geschieht eben, wenn das Leben passiert. Ein Buch. Ein Kleinkind. Eine einschneidende Veränderung im Job. Flüchtlinge, Aluhut-Träger, Geschrei und alles und jeden und, ach ja, auch noch die verkackteste Rückrunde (pardon) der vergangenen Jahre. Hintenraus hat’s den SC Preußen im Frühsommer 2015 richtig fein zerlegt und seien wir ehrlich: Vorfreude auf und Verlauf der Hinserie 2015/2016 war jetzt auch überschaubar geil.

Was ich sagen will: Es gab und gibt viele Gründe, warum hier im Blog so wenig passiert ist und ich würde lügen, wenn ich schriebe, es könne anders werden. Aber ein bisschen bewegt uns Adlerträger ja schon, oder?

Seit Ende Januar ist der SC Preußen wieder am Ball und einiges fühlt sich irgendwie neu an. Sechs Punkte aus den ersten beiden Spielen gegen Erfurt und in Mainz haben für Ruhe gesorgt und sogar für etwas Optimismus. Vorsichtig muss man damit rund um den SCP sein, natürlich. Aber wenn man sich nicht dann und wann ein bisschen Freude leistet und positiv nach vorne schaut, lohnt sich so eine Saison ja auch nicht.

Also: Ich gehöre zu denen, die sich trauen, etwas fröhlich auf die Tabelle zu schauen. Keine Ahnung, ob am Ende dieser Saison ein Platz unter den ersten Dreien herausspringt. Das wäre vielleicht zu vermessen. Die Enttäuschung über gescheiterte Aufstiege wurde ja auch seit, sagen wir, 1992 nachhaltig gemindert. Wer 24 Jahre lang über 2. Liga redet und nie näher als einen Schritt davor landet, der zieht halt kein zu großes emotionales Invest in dieser Sache an.

Und ich schrieb es in der Vergangenheit häufig: Wenn es mir mal schlecht geht mit meinem SC Preußen, dann denke ich an Spiele in Brakel, in Wiedenbrück oder Idar-Oberstein oder Pirmasens undsoweiter undsoweiter. Es war ja nicht alles schlecht und manches machte sogar Lenz, aber im Grunde fühle ich mich doch dort, wo die Preußen heute stehen, ganz wohl.

Das scheint grundsätzlich vielen Preußenfreunden so zu gehen und auch wenn das Haue für Carsten Gockel gibt: Ja, es ist schon gut zu wissen, wo man herkommt. Blöd wird so ein Spruch nur dann, wenn damit Scheitern oder ein Mangel an Ambition verdeckt oder geschönt werden soll. Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zur Lage.

Mit jetzt 36 Punkten gehört der SCP, wenngleich als Letzter dieser Runde, einem Sextett an, das oben seine Kreise zieht. Man darf wohl davon ausgehen, dass Dynamo nicht derart dämlich sein wird, seinen Vorsprung zu verspielen. Aber dahinter ist noch viel Bewegung drin.

Sollten die Preußen ihr „Bonusspiel“ in Würzburg gewinnen, wären sie bis auf zwei Punkte am Relegationsplatz dran. Bis auf drei Punkte am direkten Aufstiegsplatz 2. Wobei „Bonusspiel“ vielleicht missverständlich ist. Denn damit die Sache nach oben spannend bleibt oder überhaupt erst wird, wäre ein Dreier bei den Kickers ja fast Pflicht. Und mit nur fünf Niederlagen waren die Würzburger bisher nicht zwingend leicht zu besiegen… Aber das Fell kann man ja verteilen, wenn es soweit ist.

Dennoch: Irgendwie fühlt sich dieser SC Preußen etwas befreit an. Im Februar 2016 ist Bewegung zurückgekehrt in den Kader, der sich vor der Winterpause schwerfällig und eher leidenschaftslos bis zum Schlusspfiff geschleppt hat. Gähnende Langeweile und eine gewisse Trostlosigkeit hatten sich da breitgemacht. Das ist jetzt anders, man spürt das, wenn man im Preußenstadion Platz nimmt. Oder da rumsteht, je nachdem.

Baue, baue…

Was mich zu einem kleinen Exkurs führt… Wenn man sich die ersten Ränge der 3. Liga anschaut, dann wird doch eines augenfällig.

Dynamo Dresden: Neues Stadion

Erzgebirge Aue: Stadion wird aktuell vollständig umgebaut

SG Sonnenhof Großaspach: Stadion wurde vollständig neu gebaut

FC Magdeburg: Spielt bereits in einem neuen Stadion

VfL Osnabrück: Zumindest teilweise neu gebaut

Fortuna Köln: Pläne für einen vollständigen Umbau sind vorgestellt

Wüerzburger Kickers: Pläne für einen deutlichen Ausbau sind vorgestellt

Hallescher FC: Neues Stadion

SV Wehen Wiesbaden: Spielen bereits in einem neuen Stadion

Mainz 05 II: Spielen im alten Bundesligastadion

Holstein Kiel: Pläne für einen umfassenden Umbau wurden vorgestellt

Aalen: Okay, das Stadion passte schon für 2. Liga

Chemnitzer FC: Vollständiger Stadionumbau

Cottbus: Bundesligastadion

Erfurt: Stadion wird aktuell vollständig umgebaut

Rostock: Bundesligastadion

VfB Stuttgart II und Stuttgarter Kickers: Umfassend umgebautes Stadion

Was ich sagen will: Von 20 Drittligisten gibt es aktuell nur einen einzigen Verein, dessen Stadion nicht bereits komplett neu errichtet wurde, in dessen Stadion in den vergangenen Jahren nicht signifikant gebaut wurde oder dessen Stadionumbau noch völlig offen ist. Und der Name dieses Vereins ist ihr-wisst-schon.

Auch das gehört zu diesem Konzept „wissen, wo man herkommt“ bzw. „wissen, wo man steht“.

Immerhin – das wurde nun häufig genug erwähnt – ist der Wille jetzt öffentlich, die Situation in Münster zu verändern und weitere Wehklagen darüber verbieten sich im Grunde bis Ende 2016. Erst dann ist klar, wie weit die Sache gedeihen wird. Also Geduld, oder? Das kennen wir ja.

Zurück zum Sport: Aluhutträger hin oder her, Sturm oder Karneval, Bäumer oder nicht: Ich freue mich auf ein Spiel der Adler gegen Halle am Samstag. Und das ist sicher der einfachste und beste Anlass für den ersten Blogbeitrag seit langer Zeit.

 

 

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