Derbysieger-Besieger!

Derbysieger-Besieger!

Okay, ist’n alter Pauli-Kalauer. Aber was soll’s, ist ja für einen guten Zweck. Der SC Preußen Münster ist Derbysieger-Besieger, yes, Sir! Als wäre die Derby-Bilanz der Preußen in der (neuen) 3. Liga nicht ohnehin schon absolut überragend – jetzt schlägt der SCP sogar den Gewinner des Derbys zwischen Arminia und Osnabrück. Läuft, oder?

Was für ein Derby! Im Grunde alles, was der Fußballfan sehen will. Scheißwetter (teilweise), Leidenschaft, rote Karten, Torchancen, ein Spiel auf Messers Schneide. Mal ehrlich: Es hat schon langweiligere Spiele gegeben als das Derby an diesem 23. August 2014, oder? Sicher ist, dass trotz Osnabrücker Genöles über den Schiri der Preußen-Sieg am Ende verdient war. Der VfL bewies vor allem in der zweiten Hälfte, warum er steht, wo er steht. Es fiel den Gastgebern bemerkenswert wenig ein gegen Münster. Und wenn die Preußen wenigstens einen treffsicheren Angriff hätten, dann wäre das Spiel weiß Gott nicht nur 1:0 ausgegangen. Aber was die Herren Krohne und Reichwein vorne liegen ließen… das hätte am Ende auch gut noch schiefgehen können.

Die Geschichten dieser Partie sind ja ziemlich bunt. Da rauscht Sportskamerad Grassi mit dem Bein voraus in seinen Gegenspieler (Fabian Hergesell). Klar will er den Ball, klar ist die Szene unglücklich, aber: Herr Walpurgis! Diese rote Karte war nicht strittig, sie war nicht zweifelhaft. Wer so in den Gegenspieler geht, der nimmt eine Verletzung in Kauf. Dafür gibt’s Rot, das sind die Regeln. Ob Grassi freundschaftliche Absichten hatte, spielt ja hier nun überhaupt keine Geige mehr. Vielleicht wollte er sich mit Hergesell auf einen Kaffee verabreden, wer weiß? Und dazu rammte er ihm eben den Stollen in die Brust, wie man das so tut, wenn man den Ball erreichen will. (Drei Spiele Sperre durch den DFB sind übrigens auch ein klares Zeichen.)

Und so kassiert völlig zu Recht auch Dominik Schmidt seine Gelb-Rote. Der wollte auch nix Böses, aber kam eben eine Millisekunde zu spät an den Ball. Ob Ralf Loose besser beraten gewesen wäre, Schmidt mal früher rauszunehmen? In der Pressekonferenz war ihm das sehr wohl bewusst. Schmidt sei ja der einzig verwarnte Preuße gewesen… seufzte Loose. Na gut, warum reagierte er in diesem hektischen Spiel nicht?

Apropos Pressekonferenz: Im Video von muenster4life fehlte ausgerechnet dieser Satz, dabei war er spannend. Ihm (Loose) sei klar gewesen, dass Osnabrück wie die „Feuerwehr loslegen“ würde – und dann sagte Loose noch den bemerkenswerten Satz: „Ich habe das meiner Mannschaft nicht gesagt, um sie nicht zu verängstigen.“

 

Wie bitte?

Ist das neuerdings die Art, eine Mannschaft einzustellen auf den Gegner? „Verängstigen“? Die älteste Mannschaft der Liga, die in dieser Saison von 24.000 in Dresden gespielt hat? Vor 17.000 gegen die Bayern? Vor 11.000 gegen Rostock? Vor 10.000 gegen Cottbus? Verängstigen?

Vielleicht hatte der Trainer seiner Mannschaft auch vor dem Dresden-Spiel nicht verraten, dass Dresden wie die Feuerwehr loslegen würde – wie eben in praktisch allen bisherigen Saisonspielen. Das würde natürlich erklären, warum Münster sich in Dresden so überrennen ließ. Möglicherweise wäre es künftig die bessere Variante, die Mannschaft von Beginn an auf den Gegner einzustellen. Denn natürlich legte auch der VfL los wie die Feuerwehr und natürlich kam Münster für 15, 20 Minuten überhaupt nicht zurecht mit aggressiven Gastgebern. Verängstigen? Was ist das für ein eigenartiger Ansatz?

Und dann die Chancen. Meine Güte! Reichwein aus ein paar Metern direkt in die Arme des Osnabrücker Keepers! Der Elfmeter von Kara! Krohne scheitert an Heuer Fernandes – zweifach. Da war ausreichend Gelegenheit, dem Spiel frühzeitig einen K.O. zu verpassen.

Prügelalarm!

Und die Art, wie Kara mit dem Schlusspfiff auf seinen Klub-„Kameraden“ Piossek zuraste, war auch interessant. Beide mögen sich offenbar nicht wirklich, aber das auf dem Platz so auszutragen, ist keine intelligente Idee. Strafe für beide, eine klare Ansage durch den Sportvorstand. Dass der gemeine Preußenfan solche Dinge neuerdings skeptisch begleitet, liegt auf der Hand.

Gerüchte über mannschaftsinterne „Unstimmigkeiten“ halten sich seit Frühsommer 2013 hartnäckig.

Nun, was soll’s. Derby-Siege muss man ja nicht kleinreden.

 

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