Kein Sommer-Trainingslager für Preußen Münster…

Man kann nicht sagen, dass diese Nachricht dem SC Preußen Münster besonders viel Worte wert gewesen wäre. Es gibt kein Sommer-Trainingslager bei den Adlern. Diese Nachricht versteckte der Klub freundlich am Ende der Pressemitteilung über das Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Auf ein Sommer-Trainingslager verzichten die Preußen in diesem Jahr und bereiten sich auf den heimischen Trainingsplätzen auf die neue Spielzeit vor.

Das war die ganze Meldung zu diesem Thema. Den Westfälischen Nachrichten gegenüber betonte Sportvorstand Carsten Gockel, dass nicht etwa Spargründe zur Absage geführt hätten. Man habe gute Bedingungen und so ein Trainingslager sei ja auch kein Selbstzweck.

Das sei keine Grundsatzentscheidung, so Gockel weiter. Schließlich seien Trainingslager „vor allem in Sachen Teambuilding und zur Integration neuer Spieler“ gut geeignet. Aber es müsse eben „auch Sinn machen.“

Zwei Fragen drängen sich natürlich sofort auf: Warum macht denn ein Trainingslager in diesem Sommer „keinen Sinn“?

Und wenn der SC Preußen in diesem Jahr „gute Bedingungen“ habe, hatte er diese dann in den vergangenen Sommern nicht? Schließlich war der SCP praktisch in jedem Jahr unterwegs, zumeist in Herzlake. Da dürften die Bedingungen in Münster ähnlich gut oder ähnlich schlecht gewesen sein. Oder?

Carsten Gockel hatte in der Vergangenheit immer betont, wie wichtig Trainingslager seien. Im Sommer 2013, da waren die Preußen wieder einmal in Herzlake, sagte er noch: „Das ganze Thema Teambuilding ist nicht zu unterschätzen.“

Und im westline-Interview hatte Gockel zuletzt noch so viel Wert auf eben diesen Punkt gelegt. Nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres wünsche er sich wieder ein Team, das auch ein solches ist.

Wir haben gesehen, was man erreichen kann mit einem guten Zusammenhalt. In Bielefeld war es im vergangenen Jahr zu sehen, beim MSV Duisburg oder Darmstadt in diesem Jahr.

Mit dem Thema „Team“ kann man eine Menge erreichen. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Die 3. Liga ist eben Profi-Fußball, in dem alle weiterkommen wollen, alle extrem an ihrer eigenen Laufbahn interessiert sind. Und das ist auch in Ordnung.

Die hohe Kunst ist es, die Spieler zu einem Team zusammenzuschweißen. Ich wünsche mir, dass uns das auch oder wieder besser gelingt.

Noch deutlicher kann man kaum formulieren, welchen Stellenwert der Teamgedanke gerade in Münster hat bzw. haben sollte. Es müsse für Preußen Münster darum gehen, wieder ein Team zu stellen. Dieses Team zu finden und auch zu einem solchen zu machen, stehe für ihn im Vordergrund, so Gockel. Ein Trainingslager sei die beste Möglichkeit, eben das zu schaffen.

Und in diesem Lichte ist also das Trainingslager abgesagt worden, weil es diesmal einfach „besser passt“, von Münster aus zu arbeiten? Mit dem Verweis auf den „Sinn“ eines Trainingslagers, das ja kein „Selbstzweck“ sei?

Man hätte ja auch einfach sagen können: Passt auf, unser Etat ist eng, wir müssen eine Abfindung an Detlev Dammeier zahlen, mehr geht jetzt eben nicht.

 

 

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