Der TuS Paderborn Schloß-Neuhaus SC 07… dings spielt Bundesliga

Der TuS Paderborn Schloß-Neuhaus SC 07… dings spielt Bundesliga

Es sind irgendwie diese Geschichten, die einem Preußenfan hinterrücks doch einen kleinen Stich versetzen und die die Legende untermauern, dass immer nur die anderen… nie die Preußen…

Jetzt hat’s den SC Paderborn 07 also erwischt. Oder sollte man sagen: Jetzt hat die Bundesliga den SC Paderborn erwischt? Kalauer, Scherz beiseite. Eine unglaubliche Leistung des Vereins. Und so ganz furchtbar zufällig ist das offenbar nicht entstanden, selbst wenn der Verlauf dieser Saison für den „falschen SCP“ wahrlich nicht dieses Finale andeutete. Aber schon unter Roger Schmidt tauchte Paderborn in der 2. Liga plötzlich oben auf, ganz überraschend und eben doch nicht so ganz überraschend.

Und ich gebe gern zu, dass es immer ein bisschen schmerzt, anderen Vereinen im Erfolg zuzusehen, die eigentlich ganz ähnliche Voraussetzungen wie die Preußen hätten. Freiburg, Mainz, Aalen, Sandhausen, Paderborn, Fürth. Herrjeh, sogar Braunschweig. So attraktiv die 3. Liga ist, es lässt sich an Tagen wie diesen nicht wegdiskutieren: Seit 1981 hat der SCP bis auf zwei Jahre nur dritt- oder viertklassig gespielt und ich gebe zu, dass diese Klage langsam zur Manie wird und ich gebe gerne auch einen gewissen Neid zu – aber einen, der sich im Fall Paderborn aus Anerkennung speist.

Zumal gerade Preußen wissen, was in Paderborn entstanden ist, schließlich war der frühere TuS Paderborn Schloß-Neuhaus ein ewiger Amateurklub und ständiger Begleiter der Preußen durch die Jahre des Amateurfußballs der 80er und 90er Jahre. Und als die Preußen im November 2004 letztmals in Paderborn spielten, hieß das Stadion noch Hermann-Löns-Stadion und der tobende Mob in Paderborn bestand aus 2513 Zuschauern – darunter aber einige hundert Preußen. Paderborns „Ultraszene“ war mehr so eine Art Fanclub und auf den Holzplanken der Tribüne saß man, wie man eben im Amateurfußball sitzt: Hart und unbequem.

Spott über die Blechhütte, aber…

Mag man auch noch so spotten über die neue Blechhütte in Paderborn, die sich großspurig „Arena“ schimpft und die in der Bundesliga für manchen Kulturschock sorgen wird – dennoch ist in Paderborn etwas entstanden, auf das manch anderer Klub durchaus mit Begehren schaut.

Das letzte Ligaspiel machte Münster übrigens im Mai 2005, ziemlich genau vor neun Jahren. Und wie das so ist mit Rückschauen: Man findet immer Berichtenswertes. Trainer damals in Paderborn: Pavel Dotchev, der wiederum den SC Preußen im Frühjahr 2013 fast in die 2. Liga geführt hätte. In letzter Minute erzielte damals Carsten Gockel den Ausgleich zum 3:3 – heute ist er bekanntlich Sportvorstand und an der Entlassung von Dotchev im Spätsommer 2013 beteiligt. Auf Paderborner Seite sicherte Markus Krösche ab  – jenes Paderborner Urgestein, das heute (11. Mai 2014) in Paderborn auch offiziell verabschiedet wurde. Auch dabei: Radovan Vujanovic, der in Münster 2011/2012 ein eher unauffälliges Gastspiel ablieferte. Ausgewechselte wurde Vujanovic damals gegen René Müller, der in Münster Ende der 90er Jahre keine Zukunft sah und dann seinen Weg durch die Ligen machte.

Foto vom letzten Ligaspiel gegen Paderborn im Mai 2005: Nie wieder Preußen, schrieben die Gästefans damals. Und: Nur noch 3 Spiele bis zum Glück...

Foto vom letzten Ligaspiel gegen Paderborn im Mai 2005: Nie wieder Preußen, schrieben die Gästefans damals. Und: Nur noch 3 Spiele bis zum Glück…

Das Spiel vor neun Jahren war Paderborns Goodbye. Der SC verabschiedete sich zwei Spieltage später in die 2. Liga, wo er sich etablierte. Ist das schon wieder lang her… und das alles endet nun für Paderborn im Siegestaumel. Demnächst muss Herr Pep Guardiola aus Spanien seine Stars auf den Ligakonkurrenten aus Westfalen vorbereiten. Und es dürfte keine gewagte Behauptung sein zu sagen, dass in Paderborn heute nur wenige an diesen 21. Mai 2005 denken, an dem der ostwestfälische SCP beim westfälischen SCP nur ein 3:3 holte.

Nur am Rande: Wohl weniger gewagt dürfte die Unterstellung sein, dass heute in Bielefeld sehr wohl mit ähnlichen Gefühlen zum kleinen Nachbarn Paderborn geschaut wird, der plötzlich der Platzhirsch in Ostwestfalen ist.

Das ist schon ein ziemliches Fußballwunder, das da an der Pader entstanden ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s