Heute vor sieben Jahren: „Derby“ gegen RW Ahlen II

Heute vor sieben Jahren: „Derby“ gegen RW Ahlen II

Ok, jetzt machen wir also den Haken drunter. Detlev Dammeier ist weg. Dennis Grote ist weg. Binnen einer Woche hat sich vieles rund um den SC Preußen Münster verschattet. Von wegen Frühlingsgefühle. Und im Grunde ist ja schon alles gesagt, also muss es hier auch nicht mehr wiederholt werden. Aber für einen kleinen Rückblick reicht’s vielleicht nach einer wirren Woche wie dieser doch noch…

Das Foto oben ist am 1. April 2007 entstanden – am Rande des Spiels der Preußen gegen RW Ahlen II. Das Spiel endete damals 1:1 – aber das ist nicht ansatzweise die Geschichte. Es muss ein komischer Zufall sein, dass zwischen dem 1. April 2007 und dem 1. April 2014 so viel Gemeinsamkeiten stehen. Aber glücklicherweise auch einige Unterschiede. Dazu gleich mehr.

Damals, 2007, war der SC Preußen erstmals in der seiner Vereinsgeschichte nur noch viertklassig. Der Abstieg in die Oberliga Westfalen nach mehrjährigem Abstiegskampf in der alten Regionalliga Nord war irgendwie fällig. Fast ein bisschen wie ein Abstieg für den HSV irgendwie mal fällig wäre (aber das ist ein anderes Thema). Die Preußen hatten damals alle Kräfte mobilisiert. Das geflügelte Wort war „Wir haben nur diesen einen Schuss“. Gemeint war: Aufstieg jetzt! Alle!

Geholt wurde dafür Georg Kress als Trainer. Und verpflichtet wurden Stürmerstars wie Frank Mayer oder Lars Kampf. Die kennt heute niemand mehr, aber damals waren das klingende Namen. Viele hatten damals gejubelt über diese Neuverpflichtungen. Und sich zugleich geärgert, dass es erst zum Abstieg kommen musste, ehe der Verein mal richtig mit Karacho auf dem Personalmarkt zuschlagen würde. Der Rest der Truppe war ja auch nicht schlecht. Ansgar Brinkmann, Grover Gibson, Marco Antwerpen.

Aber wie das Bild oben auch zeigt: Von dem Enthusiasmus war nach einem kapital verkorksten Jahr im April 2007 nicht mehr viel geblieben. Die Preußen hingen ihren Ansprüchen weit hinterher, lagen in der Tabelle gegen Weltklubs wie SC Verl und den SV Lippstadt deutlich zurück.

 

Und im Stadion verloren sich an diesem 1. April 2007 sagenhafte 2230 Zuschauer. Es ging in dieser Saison sogar noch schlimmer – aber gemessen an dem, was sich heute im Preußenstadion abspielt, waren 2230 Zuschauer schon bitter. Und der Gegner! RW Ahlen II… die Zweitvertretung des münsterländischen Retortenklubs – deren Erstvertretung immerhin gemeinsam mit den Preußen abgestiegen war, nur eben aus der 2. Bundesliga.

Vielleicht, und das ist der Gedanke und ich kann mich an ähnliche Aussagen in den vergangenen Jahren erinnern, muss man sich immer wieder zwingen, ein paar Schritte zurückzumachen. Sich noch einmal zu vergegenwärtigen, wo man steht, was erreicht wurde.

Preußen Münster hat sich von RW Ahlen II vor 2230 Zuschauern wieder zurückgearbeitet – zurück zu Derbys gegen Arminia Bielefeld (was 2007 nichts weniger als utopisch schien).

Heute Hansa Rostock, MSV Duisburg, VfL Osnabrück – vielleicht schaut demnächst Energie Cottbus oder Dynamo Dresden oder gar Bielefeld wieder rein. Damals? Delbrücker SC, SV Emsdetten 05, VfB Hüls, Eintracht Rheine. Ein vollends vergeigter Aufstieg – ein Scheitern trotz scheinbar bester Ausgangslage. Na, klingelt’s?

Nein, das bringt Dennis Grote nicht zurück. Es ändert nichts am Ärger über das Bild, das der SCP in den vergangenen sieben Tagen vermittelt hat. Aber was vor sieben Jahren Realität war, hilft heute ganz sicher, um sich etwas zu beruhigen. Eine Perspektive aufs Ganze zu bekommen. Das zu relativieren.

Der Ärger heute ist ein anderer, natürlich. Er ist berechtigt. Und was soll’s, für manchen nur ein Zeichen, dass sich hier in Münster niemals etwas wirklich zum Besseren wenden wird.

Aber das hat es längst. Auch wenn es gelegentlich überdeckt wird durchs Chaos des Tages.

Sieben Tage. Sieben Jahre. Wie sich die Dinge ähneln. Und wie verschieden sie zugleich sind.

 

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