Heidenheim geschlagen: Preußen Münster zeigt sein Gesicht Nr. 2

Ecke Grote, Tor Schmidt, zweimal. Kein Gegentor. Das macht dann 2:0 gegen den Spitzenreiter. Ein gutes, fast leidenschaftliches Spiel der Preußen gegen den souveränen Überflieger der Liga. Ein Sieg gegen Heidenheim, das zuvor in 16 Spielen ungeschlagen war. Vor allem wirft der Sieg die Frage auf: Was soll das?

Eine Woche zuvor in Unterhaching hatte sich eine fast identische Preußen-Elf fast in Pomadigkeit, Harmlosigkeit, Ideenlosigkeit und buchstäblich Chancenlosigkeit selbst übertroffen. So etwas wie Leben im Team entstand erst nach dem Ausgleich.

Was soll das?

Schon im Derby gegen Osnabrück waren alle einen Schritt schneller gelaufen – auch da gab’s am Ende Applaus für ein verdientes 1:1. In den interessanten Spielen läuft es, laufen alle etwas mehr. Aber ausgerechnet in den Spielen, die das Brot-und-Butter-Geschäft ausmachen, kann sich der SCP schwer aufraffen. Dann zeigt die Mannschaft ihr anderes Gesicht. In Stuttgart, daheim gegen Wiesbaden, auch in Erfurt, über Phasen des Elversberg-Spiels. Harmlosigkeit. Einfallslosigkeit. Was soll das?

Im Grunde kann man sich auch über einen 2:0-Erfolg über Heidenheim ärgern, wenn der Leistungsunterschied so augenfällig wird im Vergleich zu den Routineaufgaben in der Liga. Denn der Sieg gegen den Tabellenführer war weder zufällig noch glücklich, er war aus eigener Stärke entstanden, nicht aus der Schwäche des Gegners (der eine schwache Leistung ablieferte, weil Münster eine starke ablieferte). Und das ist dann die gute Nachricht und das zweite Gesicht.

Es war zweimal Dominik Schmidt, der Abwehrturm, der traf. Aber Chancen gab es auch daneben. Soufian Benyamina hatte das 1:0 doch längst auf dem Fuß – Dennis Grotte hatte ihn auf die Reise geschickt, aber Torwart Sabanov drehte den Ball ums lange Ecke. Das war schon die erste große Chance – noch nicht einmal 15 Minuten gespielt. Und dann direkt wieder der SCP: Freistoß Grote, Kopfball Pischorn – und wieder musste Sabanov alles aufbieten! Münster mit Großchancen, man glaubt es kaum noch.

Besser noch: Es brachen die sechs irren Minuten von Grote und Schmidt an. Eckball Grote, Kopfball Schmidt, 1:0. Eckball Grote, Bein Schmidt, 2:0. Jubel vorm A-Block, ungläubige Blicke überall. Das sind die Preußen, die zuletzt wie im Schlafabteil unterwegs waren?

Mit dem Vorsprung ging’s in die Pause. Aus ihr heraus kam Heidenheim mit dem Willen, hier noch etwas zu drehen. Aber es war schnell klar: Viel würde nicht gehen. Mehr Ballbesitz für die Gäste, aber völlig ohne eigene Szenen. Ein, zwei Distanzschüsse – Zeichen der Hilflosigkeit, denn gegen Münsters Abwehr war am Samstag nichts zu machen.

Auf der Gegenseite hatte Münster ja mehrfach die Chance, zu erhöhen. Die beste Szene dabei gehörte dem Duo Schöneberg und Kühne. Schöneberg mit scharfer Hereingabe auf den Kopf von Kühne, der köpfte frei vor Sabanov – und der Heidenheimer Torwart parierte auch hier mit großartigem Reflex. Es klingt eigenartig, aber tatsächlich konnte sich der Spitzenreiter bei seinem Torwart bedanken, dass es nur 0:2 hieß.

Dann noch einmal der SCP: Benyamina mit einer guten Hereingabe, Siegert verstolperte am langen Pfosten. Das war’s, Ende und Abpfiff. Münster jetzt mit 39 Punkten und damit sieben vor einem Abstiegsplatz.

Spannend dürfte die Antwort auf diese Frage sein: Am kommenden Samstag geht’s nach Regensburg. Das wäre wieder das klassische Routine-Spiel. Mit welchem Gesicht..?

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