Derby-Vorwehen… über Gästekarten und Heimfans

In Münster läuft seit Dienstag, 4. Februar, der Vorverkauf für das Derby gegen den VfL Osnabrück. Wie immer dürfen Vereinsmitglieder zuerst zuschlagen. Ab dem 14. Februar (Heimspiel gegen Elversberg) wird dann der Rest der Karten verkauft. Mal schauen, wie lange es dauert, bis die Karten weg sind.

Osnabrück jedenfalls hat seinen Job erledigt. Seit Mittwoch (5. Februar) waren die 2.600 Gästekarten (inklusive 200 Tribünenkarten) im Verkauf, bereits am Mittwochabend war der größte Teil vergriffen. Am Donnerstag meldete der VfL: Alle Karten sind weg.

Mal ganz nüchtern muss man feststellen, dass die Partien zwischen Münster und Osnabrück zu den interessanteren Duellen der Liga zählen. Und dass die Anhängerschaft des VfL sich da nicht lumpen lässt.

Derbykarten für das Spiel in Osnabrück gingen in Münster seinerzeit nicht so fix über den Tisch… Aber das spielt natürlich am Ende keine Rolle.

Warum bekommt Osnabrück 2.600 Karten?

Nur falls jemand fragt: Warum bekommt Osnabrück 2.600 Karten, also satte 17 Prozent der verfügbaren Tickets? Die Antwort ist so simpel wie bürokratisch.

Das Preußenstadion wurde nach dem Tribünenbau 2008 neu „vermessen“ und dabei zugleich die jeweils maximal zulässige Zuschauerzahlen für alle Blöcke ermittelt. Insgesamt düften rund 17.900 Zuschauer ins alte Stadion an der Hammer Straße. Theoretisch, versteht sich. Denn die Obergrenze ist seit dem in Münster legendären „Preußenpark-Urteil“ auf 15.000 festgeschrieben.

Aber selbst diese „reduzierte Maximalzahl“ ist nach unten durchlässig… Grund: Bei Spielen mit hohen Zuschauerzahlen waren in den vergangenen Jahren regelmäßig Fluchtwege und Treppenaufgänge versperrt. Ein Problem, das eben auch heute noch eines ist – und im extremsten Fall dazu führen könnte, dass der Verein bei Brisanzspielen noch weniger als 15.000 Zuschauer einlassen dürfte. So weit ist es noch nicht, aber die Problematik ist aktuell.

Stadion neu vermessen

Aufgrund geltender Rechtslage dürfen heute also maximal 15.000 Zuschauer ins Preußenstadion. Der Gästeblock wurde im Jahr 2008 offiziell mit 3.591 Plätzen vermessen. Auch das (siehe oben) eine völlig theoretische Zahl – denn bei dieser Kapazität würde es auch im Gästebereich deutlich zu eng.

In der Vergangenheit waren maximal 3.100 Gästekarten verkauft worden – und diese Zahl wird künftig wohl nicht mehr erreicht werden. Maximal 2.400 Plätze im Gästebereich werden angeboten – so wie jetzt für das Derby gegen den VfL.

Es gibt natürlich auch eine eher „politische“ Version: Ein pickepackevoller Gästeblock würde zwingend die Zahl der erlaubten Heimfans reduzieren. Bitte erinnern: Mehr als 15.000 Fans dürfen ohnehin nicht mehr ins Stadion. Und 3.600 Gästefans versus 11.400 Heimfans – das muss ja nicht sein…

Voll, aber un-ausverkauft…

Im Grunde könnte der Verein sogar sagen: Wir verkaufen nur das Minimum des vom DFB geforderten Kartenkontingentes für Gästefans. Dann bliebe das Stadion bei ansonsten vollen Rängen stets „un-ausverkauft“. So geschehen beim jüngsten DFB-Pokal-Auftritt gegen den FC Augsburg, als nur wenige hundert Augsburger-Fans angereist waren. Die Heimblöcke waren ausverkauft, im Stadion waren aber „nur“ 14379 Fans. Dabei hatte der Verein angesichts der überschaubaren Gäste-Zahl den Gästeblock noch einmal geteilt, um die Plätze nicht einfach zu verschenken. Preußen-Anhänger nahmen dann neben der Anzeigetafel Platz.

Ein Brisanzspiel ist das Derby am 1. März wie immer. Jetzt umsomehr. Schließlich hatte die Polizei doch gerade eine neue Entwicklung in Sachen „Gewalt“ entdeckt… ausgerechnet vor dem Derby. Nunja.

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