Manno ist weg.

Gaetano Manno - jetzt ist er in Köln.

Gaetano Manno – jetzt ist er in Köln.

Jetzt ist Gaetano Manno wohl der Königstransfer von Viktoria Köln. Gerade erst hatte er sich doch mit Hilfe eines Rückenleidens den Weg von Osnabrück nach Münster freigekämpft – da ist er schon wieder weg. Und das Geschrei ist mal wieder groß. Denn natürlich: Das kann man wie immer gut dem Verein SCP oder wenigstens dem Vorstand, der sportlichen Leitung und wenn gar nichts hilft, Carsten Gockel persönlich anhängen. Und dann könnte man auch noch klagen über die Unfähigkeit des hiesigen Sportclubs, der sich angeblich gerne von allen am Nasenring durch die Arena führen lässt, während das helle Licht der Professionalität und Leistungsfähigkeit ringsherum geradezu alle Vereine in himmlische Sphären katapultiert… all die ganzen erfolgreichen Traditionsvereine wie Duisburg, Aachen, Essen, Wuppertal, wie Rostock und Osnabrück und weiß der Geier wer noch. Alles so unglaublich erfolgreiche – vor allem nachhaltig erfolgreiche! – Vereine, die natürlich zwischendurch mal im Profifußball gespielt haben, natürlich; nur wohin hat es sie gebracht? Eben. Zurück in die 3. Liga oder noch schlimmer.

Tatsache ist: Gaetano Manno wollte weg aus Münster. Warum? Das weiß nur der Spieler, vielleicht weiß es auch der Trainer oder Carsten Gockel – aber darauf sollte man nicht setzen. Und selbst wenn sie es wüssten und darüber sprächen, so würde man es ihnen ja nicht glauben, denn die Wahrheit spricht in diesem Verein bekanntlich niemand – so wissen es manche besonders im Detail informierte Fans.

Gaetano Manno, darauf will ich zurückkommen, wollte weg. Weg aus Münster nach nur sechs Monaten. Weder hat ihn der Verein SC Preußen Münster vertrieben noch wurde er vom Trainer verbannt. Im Gegenteil. Trotz insgesamt überschaubarer Leistungen im Preußen-Dress bekam Manno sicherlich viel Geld und nun wirklich nicht zu wenig Einsatzzeiten.

Das alles war ganz offensichtlich nicht Grund genug für den Spieler, weiterhin in der 3. Liga zu spielen. Der Spieler selbst erklärt im Interview mit center.tv, dass er in Köln zum einen seinen Lieblingstrainer Wollitz wiedertreffe und zum anderen einen um ein Jahr längeren Vertrag unterzeichnet habe. Das ist ja offenbar Grund genug.

Ein paar Monate vorher war Manno noch „sehr, sehr glücklich“ über den Wechsel nach Münster. Es sei ein „langes Kämpfen“ gewesen… etc. etc.

Darüber, wie nun der Abschied in Münster gelaufen ist, darüber reden sich jetzt natürlich alle die Köpfe heiß. Weil die Kommunikation darüber natürlich – man kennt das aus Münster – nur semioptimal gelaufen ist. Erst wurden die Spieler umfangreich via Printmedien für ihr „tadelloses“ Verhalten gelobt, dann durften Schöneberg und Manno via Tagespresse ihre Treue zum Verein schwören, während der Sportvorstand über Videointerview und Tagespresse darauf verwies, man habe ein klares Veto gegen einen Wechsel eingelegt und damit basta. Beide seien Leistungsträger und stünden nicht zum Verkauf.

Da sieht es natürlich ausgesprochen gut aus, wenn nur wenige Tage später wiederum ausgesprochen wortkarg der Wechsel von Manno bekanntgegeben wird. Ganze fünf dürre Sätze war es den Preußen wert, den Fortgang ihres „Königstransfers“ nach Köln zu beschriften. Fünf Zeilen in einer Pressemitteilung – ohne ein Wort des Dankes oder irgendeiner Erklärung für die 180-Grad-Kehrtwende.. Also man muss es dem Verein lassen: So kommuniziert man transparent und für Fans verständlich. Nicht.

Es ist wirklich nicht immer ganz leicht mit diesem Klub. Aber das ist nun wieder auch keine besondere Preußen-Auszeichnung. Im Fußball – überall! – wird geredet, gemauschelt, wird intrigiert, geputscht und betrogen. Und da will man sich ernstlich aufregen darüber, in welchem Stil so ein Wechsel abgelaufen ist? Das lohnt sich doch im Grunde nicht. Zumal dann nicht, wenn eben jener „Königstransfer“ diese Bezeichnung so wenig bestätigt hatte. Ist Mannos Fortgang also eine Schwächung? Das kann man vielleicht erst in einigen Monaten sagen. Aber mit dem Wissensstand von heute eher nicht.

Der entscheidende Punkt ist: Manno wollte weg. Er wäre auch beim SCP geblieben, sagt er. Aber er wollte weg, auch als ihn der SC Preußen danach fragte. Er hat sich selbst gegen die Preußen entschieden und für Viktoria. Wie man daraus dem SC Preußen oder seiner sportlichen Leitung einen Strick drehen kann, will mir nicht in der Kopf.

Wer wann was gesagt hat, ist doch völlig irrelevant. Relevant sind die Fakten und die sind unstrittig. Manno hatte ein Angebot, Manno wollte weg, Preußen Münster hat’s erlaubt – fertig und aus. Alles andere ist doch völlig schnurz.

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