Der einzig vernünftige Weg, mit Lego umzugehen

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Wer kriegt den Trainerjob in Münster?

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Heute ist Freitag. Morgen ist Samstag, dann kommt Unterhaching. Am Samstagnachmittag steht das Zeichen fest, das der SCP für die weitere Saison setzen will/wird. Und wie zu lesen ist, soll mehr oder minder nach dem Spiel die Mannschaft erfahren, wer neuer Trainer wird. Offiziell vorstellen will man ihn am Sonntag, spätestens Montag.

Spannend ist das ohnehin, derzeit aber noch mehr als üblich, weil rund um den SCP so etwas wie Ruhe eingekehrt ist. Ausnahmsweise werden nicht alle Kandidaten bereits öffentlich diskutiert – und schon gar nicht der neue Trainer selbst.

Bekannt ist wohl nur, dass es Lorenz-Günther Köstner nicht wird (steht hier). Peter Hyballa soll es auch nicht werden. Norbert Meier hatte früh alles dementiert – schwer vorstellbar, dass es ihn ausgerechnet jetzt in die 3. Liga und – mit Verlaub – nach Münster zieht.

Was die Kandidatenliste also schrumpfen lässt. Auffällig ist bisher nur, dass die gehandelten Namen allesamt einen gewissen Klang haben. Und dass die Preußen bisher eben solche Kandidaten eher nicht geholt haben. Roger Schmidt war keiner mit Namen, Marc Fascher war keiner mit einem großen Namen und, sorry, Pawel Dotchev war auch keiner davon. Um nicht missverstanden zu werden: Keinen bekannten Namen zu haben, sagt erst einmal nichts über die Qualitäten als Trainer aus. Christian Streich hatte auch keinen großen Namen und Thomas Tuchel auch nicht. Etwaige Vorbehalte darf man also auch gerne mal vergessen.

Dennoch: Es scheint ein System hinter der Trainerauswahl zu stecken, zumindest eines, das einen Verzicht auf „Namen“ darstellt. Mal ganz neutral gesprochen.

Schmidt?

Und jetzt kursiert der Name Stephan Schmidt. Schmidt? Genau. Der Mann, der in der Defensive der Preußen zwischen 2000 und 2002 rund 70 Spiele für Münster absolvierte – und 2001 mit der Mannschaft denkbar knapp am Zweitliga-Aufstieg scheiterte. Zuletzt war Schmidt für den SC Paderborn in der 2. Liga tätig. Es war seine erste Trainerstation und sie endete mit einem Rauswurf.

Zuvor hatte er seine ersten Erfahrungen jeweils in der U19 von Hertha BSC und Wolfsburg gemacht – durchaus erfolgreich. Mit Wolfsburg wurde er 2011 Deutscher Meister.

In Paderborn indes bekam er keine Struktur in die Mannschaft und wurde im Mai 2013 (zwei Spieltage vor Saisonende) entlassen – auf Rang 11 der Tabelle, aber mit knappem Abstand vor den Abstiegsrängen. Allzu viele gute Wünsche begleiteten ihn damals nicht.

Jung und…

Schmidt ist deswegen kein schlechterer Trainer. Aber mit 36 Jahren ist er kaum älter als die erfahrenen Spieler beim SC Preußen. Bitte daran erinnern: Es ist derzeit lediglich ein Gerücht. Aber im Prinzip fiele Schmidt durchaus ins Beuteschema der Preußen. Ein Trainer, der Erfahrung mit jungen Spieler hat und sie einzubauen versteht. Einer, der erste Profierfahrung hat und nicht direkt aus der Fußballlehrer-Schule kommt.

Aber wäre er auch einer, dem man in einem so unruhigen Umfeld eine Mannschaft mit ausgesprochen erfahrenen Spielern anvertrauen möchte? Wäre er einer, der imstande wäre, seinen Stil durchzusetzen – auch gegen die gelegentlich klar formulierten Aufgaben eines, sagen wir: Aufsichtsratsvorsitzenden und Hauptsponsors? Wäre er imstande, den Preußen jene klare Struktur wiederzugeben, die in den vergangenen Monaten entweder abhanden gekommen ist oder aber schlicht fehlt? Wäre das nicht ein zu große Aufgabe?

Es wäre – noch einmal: käme es denn so! – ein gewagtes Spiel des Klubs. Gemessen an den Ansprüchen rund um den Verein und auch in ihm wäre sogar hochriskant. Es fällt schwer, ein Szenario zu entwickeln, in dem sich einer wie Stephan Schmidt gegen diese ganzen Strömungen in Münster durchsetzen könnte. Gegen das hocherwartungsvolle Publikum, gegen einen durchaus fordernden Klubvorstand, mit einem Kader, auf den er keinen Einfluss mehr hat und der viele Fallen bietet. Wäre schwierig.

Alles Spekulatius… für die nächsten 48 Stunden

Wie gesagt: Die Preußen wollen ihren Trainer erst nach dem Haching-Spiel vorstellen. Vielleicht ist das ganze Gerede hier auch überflüssig und es wird ein ganz anderer. Vielleicht kommt ja Hans-Werner Moors zurück. Oder Otto Rehagel.

Denn das haben wir ja auch gelernt: In diesem Verein kommt’s oft ganz anders als gedacht. Wird spannend…